Von Burg nach Sardinien – ein Abenteuer bei der Europameisterschaft

Wer weiß eigentlich, wo Cagliari liegt?
 
Genau dort, in der Hauptstadt Sardiniens, fanden vom 19. bis 25. September 2026 die European Senior Championships (ESC) im Badminton statt. Aber warum ist das eine Meldung wert?
 
Die Geschichte beginnt im Winter 2026 bei den Landesmeisterschaften (LEM) O35–O80. Matthias Tippelt, bei uns kurz Matze genannt, sicherte sich in der Altersklasse O60 gleich zwei Titel: im Einzel und im Doppel mit seinem Partner Torsten aus Halle.
 
Bei den Norddeutschen Meisterschaften in Potsdam legten unsere Burger Spielerinnen und Spieler nach. Juliane Voß mit ihrer Partnerin Ann Dana aus Mansfeld sowie Matze und Torsten erspielten sich jeweils einen dritten Platz. Damit war die direkte Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften in Herrenberg geschafft.
 
Dort gelang Matze und Torsten ein Auftaktsieg im Doppel. Auch wenn sie sich anschließend dem amtierenden deutschen Meister geschlagen geben mussten, war das große Ziel erreicht: Die Qualifikation für die European Senior Championships war geschafft!
 
Und dann kam die entscheidende Frage: Wo liegt eigentlich Cagliari? Ein kurzer Blick genügte, um auch die nächste Frage zu beantworten: Fahren oder fliegen wir? Natürlich fahren beziehungsweise fliegen wir nach Sardinien!
 
Einmal Europa – und mittendrin statt nur dabei
 
Vom 19. bis 25. September 2026 trafen sich knapp 1.500 Spielerinnen und Spieler aus Europa und Israel in Cagliari, um die europäischen Meistertitel auszuspielen. Deutschland stellte mit rund 250 Teilnehmenden das größte Starterfeld.
 
Beeindruckend war nicht nur die Größe des Turniers, sondern auch die Professionalität, mit der die Meisterschaften vorbereitet und durchgeführt wurden. Ein solches internationales Sportereignis einmal selbst zu erleben, ist schon etwas Besonderes.
 
Leider teilt Badminton das Schicksal vieler Randsportarten: Trotz sportlicher Leistungen auf hohem Niveau fehlt es häufig an der öffentlichen und medialen Aufmerksamkeit. Dabei gibt es bei solchen Meisterschaften jede Menge spannende Begegnungen und Geschichten zu erleben.
 
Im Herrendoppel O60 wurde in einem 64er-Raster mit 58 Paarungen gespielt. Die Generation der Babyboomer stellt eben nach wie vor eine der größten und breitesten Gruppen im Seniorensport.
 
Ein Spiel auf Augenhöhe – und am Ende fehlten zwei Punkte
 
Am ersten Wettkampftag waren Torsten und Matze gefordert. Zwei der drei Hallen wurden von Badminton Europe live übertragen. Leider spielten die beiden in der dritten Halle. Für alle, die zu Hause mitfiebern wollten, gab es deshalb lediglich einen Live-Spielstand.
 
Der Gegner kam aus Norwegen. Und ähnlich wie bei den Deutschen Meisterschaften erwischten die Kontrahenten zunächst den besseren Start. Sie bestimmten den ersten Satz und lagen beim Seitenwechsel bereits mit 21:13 vorn.
 
Im zweiten Satz waren Torsten und Matze dann richtig im Spiel. Bereits ab dem zweiten Punkt übernahmen sie die Führung und verteidigten ihren Vorsprung konsequent. Die Hoffnung auf einen Entscheidungssatz war greifbar.
 
Doch beim Stand von 19:18 für unser Doppel schlichen sich zwei kleine Unachtsamkeiten ein, die der norwegische Gegner sofort bestrafte. Plötzlich stand es 20:19 für Norwegen – Matchball!
 
Und den spielten die Norweger einfach gut. Abgeklärt und konsequent machten sie nach nur vier weiteren Ballkontakten den Sack zu. Endstand: 21:19.
 
Game over.
 
Natürlich war die Enttäuschung zunächst groß. So nah dran zu sein und dann doch auszuscheiden, tut weh. Gleichzeitig bleibt die Erkenntnis, dass wir auch auf internationaler Ebene mithalten können. Manchmal entscheiden eben wenige Ballwechsel über Sieg oder Niederlage.
 
Was bleibt?
 
Es bleibt die Erfahrung, bei einer Europameisterschaft angetreten zu sein. Es bleiben spannende Spiele, neue Eindrücke und die Gewissheit, dass sich der sportliche Einsatz lohnt. Und es bleibt vor allem die Erkenntnis: Es ist möglich!
 
Ein ganz besonderer Dank gilt den Mitgliedern des Vereins Badminton Burg, die durch die Änderung der Finanzordnung einen finanziellen Ausgleich und damit diese Teilnahme ermöglicht haben.
 
Ebenso bedanken wir uns bei der Kreisverwaltung, die durch die Öffnung der Sporthalle während der Sommerferien ein durchgängiges Training ermöglicht hat. Gerade die kontinuierliche Vorbereitung ist eine wichtige Grundlage, um bei solchen Wettbewerben bestehen zu können.
 
Was nehmen wir also aus Sardinien mit? Eine Menge Erfahrungen, viele Eindrücke und eine gute Portion Motivation für die kommenden Aufgaben.
 
Denn nach der Saison ist vor der Saison! 
 

 

 

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